Datum | Thema
2. November 2020 | Verschmelzung zweier Kapitalgesellschaften
25. Januar 2022 | Mergers & Acquisitions
17. März 2022 | Due Diligence bei einem Joint Venture: 9 Punkte auf die Sie achten sollten
18. März 2022 | Due Diligence Prüfung zum Unternehmenskauf (dieser Beitrag)
Die Due Diligence Prüfung beim Unternehmenskauf ist die Basis für eine erfolgreiche Unternehmenstransaktion. Sie soll im Vorfeld prüfen, inwiefern der Erwerb eines Zielunternehmens sinnvoll ist. Dabei können je nach dem Zweck und Gestaltung des geplanten Unternehmenskaufs ganz unterschiedliche Aspekte in den Vordergrund rücken. So sind die Anforderungen, die eine Due Diligence Checkliste zum Unternehmenskauf enthält, bei einer Investition in ein auf Forschung und Entwicklung spezialisiertes Unternehmen andere, als bei einem produzierenden Gewerbe. Dennoch gibt es einige Punkte, die bei einer Due Diligence zum Unternehmensverkauf stets große Bedeutung haben. Dazu zählt insbesondere die Prüfung der Finanzen, der Bilanzen, der Steuern und der wirtschaftlichen Potentiale. Schließlich ist es der vornehmliche Sinn einer Due Diligence Prüfung, potentielle zukünftige Risiken bei einem Unternehmenskauf aufzudecken. Denn nur dann können sich die Geschäftsführer sicher sein, gewissenhaft gehandelt zu haben.
Due Diligence ist ein Ausdruck für eine gewissenhafte Prüfung, der 1933 in den USA Eingang in die juristische Nomenklatur fand. Dabei geht die Einführung dieses Gesetzes (Securities Act von 1933) auf Fälle zurück, bei denen Wertpapierhändler die Unbedenklichkeit der von ihnen vertriebenen Wertpapiere testieren sollten. So mussten sie beim Kauf der Wertpapiere prüfen, ob die dahinter stehenden Unternehmen auch tatsächlich den ausgewiesenen Wert wert waren. Dabei fand dies in den USA verstärkt Verbreitung, weil dort einerseits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eine Welle an Unternehmenskonsolidierungen stattfand. Kleinere Unternehmen schlossen sich zu größeren zusammen, um sich auf dem zunehmend stärker umkämpften Markt zu behaupten. Aus dieser Zeit stammt übrigens auch der Begriff Mergers & Acquisitions. Andererseits hatte auch der Börsencrash von 1929 an der New Yorker Börse einen Anteil an dieser Entwicklung. Denn viele Unternehmen, die sich verspekuliert hatten und nun vor dem Konkurs standen, versuchten einen Investor zu finden.
Dabei stellte sich die Frage, ob es am Verkäufer liegt, nachzuweisen, dass der Verkauf seines Unternehmens keine Risiken für den Käufer beinhaltet, oder ob ein Käufer, beziehungsweise seine internen oder externen Berater, eine gewisse Sorgfaltspflicht bei den Verhandlungen trifft. Denn wenn man etwa eine marode Firma kauft, dann hat dies auch Auswirkungen auf die eigenen Aktionäre. Da nun auch der Gesetzgeber diese Verantwortung des Käufers schließlich allgemein bejahte, schaffte dies einen eigenständigen Schwerpunkt bei Verhandlungen, insbesondere zum Unternehmenskauf. Doch auch in anderen Bereichen hat die Due Diligence Prüfung Bedeutung. Zum Beispiel erfüllt die Due Diligence bei einer Fusion oder einem Joint Venture von zwei Unternehmen ebenfalls wichtige, direkt vergleichbare Zwecke.
Damit kommen wir zum Sinn einer Due Diligence Prüfung. Er besteht ganz allgemein darin, durch eine gewissenhafte Prüfung herauszufinden, ob und inwiefern ein Vorhaben, bei dem ein fremdes Unternehmen eingebunden werden soll, ein unternehmerisches Risiko darstellt. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass sehr verschiedene Aspekte im Vordergrund stehen können. Ohne auf das nächste Kapitel vorzugreifen, kommen insbesondere finanzielle und wirtschaftliche Gesichtspunkte unter die Due Diligence Lupe. Jedenfalls zeichnet sich eine erfolgreiche Due Diligence durch eine nachträgliche Bestätigung der Einschätzungen in der Praxis aus. Darunter muss man auch explizit die Prognosen bezüglich der zukünftigen Entwicklung der involvierten Unternehmen nennen. Doch kann dies mitunter recht heikel sein. Denn manchmal hängt der Erfolg eben von Details ab, die man entweder leicht übersehen kann, oder die unvorhersehbar sind. Zu letzterem Aspekt kann man die aktuelle Corona-Pandemie durchaus mitzählen.
Auch wenn es viele Unwägbarkeiten gerade auf dem Gebiet der Unternehmenszusammenschlüsse geben mag, so hat sich doch herausgestellt, dass gewisse Punkte stets von besonderer Wichtigkeit bei der Due Diligence sind. Daher erstellen Unternehmen im Rahmen von Mergers & Acquisitions stets eine Due Diligence Checkliste auf. Dazu zählen im Allgemeinen folgende neun Punkte:
1. Compatibility audit
2. Financial audit
3. Macro Environment analysis
4. Legal/environmental audit
5. Marketing audit
6. Production audit
7. Management audit
8. Information systems audit
9. Reconciliation audit
Anhand dieser zuvor definierten Punkte auf der Checkliste überprüft man dann, ob bestimmte Kandidaten die eigenen Anforderungen erfüllen. Gelegentlich stehen aber auch Anforderungen auf der Due Diligence Checkliste, die das eigene Unternehmen zu erfüllen hat, wenn man das Projekt mit Erfolg krönen möchte.
Da aber die Umstände eines Vorhabens die Inhalte und Schwerpunkte einer Due Diligence Prüfung bestimmen, stellt auch die Due Diligence Checkliste stets eine sehr individuell zusammengesetzte Prüfungsordnung dar. Deshalb wollen wir hier nur einige der wichtigsten Punkte einer Due Diligence Checkliste zum Unternehmenskauf in unsere Betrachtungen aufnehmen. Für die Praxis ist unsere Empfehlung hingegen, dass man ein spezialisiertes Team aus Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern zusammenstellt, das die detaillierte Ausarbeitung einer zweckmäßigen und zielgerichteten Due Diligence Checkliste vornimmt. Selbstverständlich sollten dann auch eben diese Fachleute die Due Diligence Prüfung anhand der von ihnen entworfenen Checkliste durchführen.
Den ersten Punkt braucht man wohl kaum in seiner Bedeutung zu betonen. Schließlich stellen die Finanzen eines Unternehmens, das man kaufen möchte, ein durchaus ernstzunehmendes Risiko dar. Denn mit dem Kauf eines Unternehmens über einen Share Deal erwirbt man auch dessen Verbindlichkeiten. Also gehört beim Unternehmenskauf die Überprüfung aller finanzieller Aspekte, insbesondere aber der ausstehenden Verbindlichkeiten, ganz oben auf der Due Diligence Checkliste.
Bei einem Asset Deal mag dieser Aspekt jedoch weniger relevant sein. Schließlich kann man dabei ja die Verbindlichkeiten vom Erwerb ausschließen und somit das Risiko entschärfen. Jedoch lauern auch hier Gefahren, die übrigens auch bei einem Share Deal gleichermaßen relevant sind. Denn der Erwerb der Wirtschaftsgüter soll schließlich ja lohnend sein. Wenn man ein Unternehmen kaufen möchte, sollte man auch deren Wirtschaftsgüter bewerten. Denn wenn sich nach dem Unternehmenskauf herausstellen sollte, dass die Wirtschaftsgüter keinen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung zu leisten vermögen, weil etwa Maschinen veraltet beziehungsweise wartungsbedürftig sind, oder Patente auslaufen, dann hat dies natürlich auch finanzielle Folgen für das eigene Unternehmen.
Die Wirtschaftlichkeit eines Zielunternehmens spielt natürlich eine ebenfalls gewichtige Rolle bei der Due Diligence zum Unternehmenskauf. Dabei kann man die Bilanzen für eine tiefgründige Prüfung heranziehen, um sich ein Bild über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens zu machen. Ferner sollte man auf Basis dieser Daten in der Lage sein, um eine Prognose zur wirtschaftlichen Entwicklung zu erstellen. Doch auch andere Faktoren mögen hierbei eine Rolle spielen. Manche drücken sich nämlich nur indirekt in den Bilanzen eines Unternehmens aus. Wenn man zum Beispiel ein Unternehmen erwerben möchte, das zwar derzeit erfolgreich ist, jedoch auf Grund seiner Produkte bald mit einer Abnahme der Nachfrage zu rechnen hat, dann sollte dies eine gute Due Diligence zum Unternehmenskauf ebenfalls zu Tage fördern.
Nennen wir nun einige der besonders relevanten Punkte bei der Prüfung der Bücher:
Vorteile für Mandanten
Vorteile für Mandanten: Aus Fachwissen wird Gestaltung.
Dieses Thema wird bei Kanzlei Meyers & Partner AG in einen konkreten Prüfpfad übersetzt: Steuerersparnis, Risikoreduktion, Dokumentation, Bankfähigkeit und Umsetzungsreihenfolge.
- Der Mandant sieht, ob aus dem Thema eine Stiftung, Holding, Gesellschaftsgründung, Nachfolgeplanung, internationale Struktur oder KYC-Akte folgt.
- Steuerliche Vorteile werden nicht pauschal behauptet, sondern nach Sachverhalt, Rechtslage, Kosten, Fristen und Dokumentation geprüft.
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Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Maßgeblich sind Sachverhalt, aktuelle Rechtslage, Zuständigkeit, Dokumentation und Umsetzung.